Palästina — eine Tragödie ohne Ende
Als Christ, Kirchenarbeiter, und als theologisch und politisch interessierter Mensch bin ich vollkommen sprachlos und wütend über das, was sich derzeit in Palästine abspielt. Als hätte der Staat Israel nichts gelernt von der Katastrophe, die sie vor zwei jahren mit dem Überfall auf den Libanon ausgelöst haben. Mehr als hundert Jahre Krieg in diesem Landstreifen hat Israel immer weiter in eine Kultur des absoluten Militarismus gebracht, der sie in keiner Weise dem ersehnten Frieden für ihr eigenes Land näher bringen wird.
Auf meiner ersten Auslandsflugreise Anfang der 70er Jahre besuchte ich als junger Mann Israel (im Rahmen einer kirchlichen Jugendbegegnung), und noch heute bin ich beeindruckt von dem Bild, das Gleichaltrige dort abgegeben haben: Gut aussehende, braun gebrannte junge Frauen beim Stadtbummel, aber anstelle einer Handtasche über der Schulter eine Kalaschnikow; viele junge Männer in Kampfuniform … Israel schon damals, oder vermutlich fast immer, ein Militärstaat. In derselben Zeit musste ich mich entscheiden, ob ich zur Bundeswehr (der “Schule des Lebens”, wie mir ein gutmeinender Mensch nahelegte) gehe oder den Kriegsdienst verweigere. Ich tat letzteres, nicht zuletzt weil ich beobachtete, wie mein Vater seinen Krieg bis zum Ende seines Lebens auszukämpfen hatte.
Als Student evangelischer Theologie habe ich mich ausführlich mit den jüdischen Wurzeln des christlichen Glaubens befasst und mich in der selben Zeit ein bisschen in die Geschichte Israels eingelesen, einschliesslich des Zionismus. Vor dem Hintergrund der kollektiven Erfahrung der europäischen Judenverfolgung — durch uns Christen! — und des noch immer herrschenden Antijudaismus, war die politische Haltung des jungen Staates Israels damals noch halbwegs nachvollziehbar. Aber der Staat ist in die Jahre gekommen (Wiki Geschichte des Staates Israel) — und 60 Jahre nach der Staatengründung (1948), und bach rund hundert Jahren der zionistischen Besiedlung von Palästina (seit etwa 1897) sollte man meinen, die Politiker hätten gelernt.
Aber, wie die ganze Geschichte Palästinas (Wiki Palästina) zeigt, haben die herrschenden Mächte der Region, aber wohl auch der USA nichts gelernt. Mangels Detailkenntnisse, und weil es viele weitaus bessere Artikel gibt, kann ich hier nicht ins Detail gehen. Aber es ist offensichtlich, dass Israel keine Zukunft haben wird, wenn es Nachbarn wie Ägypten, den Libanon, Palästina (und womöglich Iran und Syrien) behandelt, wie es das in der Vergangenheit getan und gegenwärtig als politische Vergewaltigung tut. Es scheint geradezu, als wolle der moderne Staat seine biblische Vorgeschichte der zweifachen Vertreibung mit aller Macht wiederholen. Vielleicht ist ja tatsächlich etwas an diesem kollektiv-psychologischen Phänomen …
Hier in Australien gerät die Labour-(= sozialdemokratische) Regierung unter Kevin Rudd, der sich momentan im “Sommer”-Urlaub befindet, zunehmend unter Kritik und Druck wegen ihrer weitgehend unkritischen Haltung gegenüber dem Staat Israel und seinem mörderischen Feldzug, den viele mittlerweile als Kriegsverbrechen bezeichnen. Im Gegensatz dazu hat selbst die Europäische Union nach erfolglosen Versuchen von Friedensverhandlungen mit der israelischen Regierung heute die (weitgehend geheimen) Verhandlungen mit Israel zu einer EU-Mitgliedschaft aus eben diesem Gründen “eingefroren” (interessanterweise kann ich die entsprechende Pressemeldung nicht wiederfinden! — Nachtrag: Per Zufall habe ich die Meldung doch noch gefunden – bei Google News (AFP, Englisch) und auf Deutsch in diesem deutschen Kommentar). Die israelische Regierung scheint allen Ernstes auf eine Duldung der Amerikaner im Übergang zwischen George W. Bush und Barak Obama zu setzen. Während dabei ersterer syffisant seine Unschuld beteuert, schweigt letzterer zu diesem Disaster. Das verspricht nichts gutes.
In Kriegszeiten ist die Propaganda immer einseitig, und im Falle dieses Kriegs dürfte sie dies noch weitaus ausgeprägter sein (siehe obiger Hinweis auf die EU-/Israel-Beziehungen). Israel übt einen massiven Einflus auf die Berichterstattung der meisten westlichen Medien aus, und nur durch die Nischen des Internets kommen nochwenige — dafür aber absolut drastische — Informationen der anderen Seite, aus Palästina, ans Licht. Nachfolgend ein paar Links zu Seiten, die ich in den letzten Wochen gesehen habe (leider zumeist auf Englisch):
- Palestine’s Guernica and the Myths of Israeli Victimhood (pdf)
Offenbar weit verbreitet, entlarvt diese eine Seite sieben Mythen, die von den Medien verbreitet werden (veröffentlicht von Friends of Palestine in Australien)
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2. Israel claims that Hamas violated the cease-fire and pulled out of it unilaterally.
Israel broke the terms of the ceasefire first by refusing to end the siege of Gaza, which it was required to do, and indeed intensified the blockade over the past six months (as reported by the UN). And secondly by sending troops into Gaza on November 4 to destroy Gazan tunnels and to kill six Palestinian militants. This hostility occurred more than six weeks before the Hamas rockets launched on December 19. It is Israel which refuses to end the ceasefire required by the international community, not Hamas.
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Israel ist extrem. Das Land schwankt zwischen Technoparties und Gottesstaat, zwischen Laissez Faire und militärischer Kontrolle. Svenja Kleinschmidt taucht ein in diesen Irrsinn, reist von der Wüste bis in die Golanhöhen, besucht die Menschen, die hier wohnen und schreibt über das Leben neben den Nachrichten.
Umfragen zufolge unterstützt eine große Mehrheit der israelischen Bevölkerung den Krieg gegen die Hamas im Gaza-Streifen. Dennoch kommt es seit Beginn der „Operation Gegossenes Blei“ immer wieder zu Demonstrationen der israelischen Friedensbewegung. Laut einem Polizeisprecher wurden dabei bisher über 300 Menschen verhaftet. Spiegel Online berichtet, dass am ersten Tag der israelischen Offensive rund 1.000 Menschen in Tel Aviv an einer Anti-Kriegsdemonstration teilgenommen haben. In der nächsten Woche habe sich die Zahl der Demonstranten verzehnfacht. Im gleichen Bericht wird konstatiert, die Stimmen derer, die sich gegen den Waffengang ausprächen, seien in Israel kaum hörbar. Israelische Medien berichteten nur am Rande über die Proteste.
- The Other Side of the Story!
Dies ist ein Blog-Seite mit den Fotos von den beiden Seiten dieses Krieges — mit absolut drastischen Aufnahmen!! Interessant ist die die nachfolgende Blog-Diskussion. Dieser Blog wurde erstellt von dem Zusammenschluss von Palästinischen Müttern.
Western press have recently and erroneously reported that Hamas broke a six month ceasefire even as most reported in November 2008 that Israel itself first broke the informal truce. … Western press in light of the most recent assault on Gaza seem to have forgotten who broke the truce and are erroneously attributing the end of the ceasefire to either rockets and or the expiration of the original agreement. Hagada Hasmalit provided an analysis of of articles describing the breakdown of the ceasefire and who was responsible and also took the New York Times to task for the devolving reportage during this most recent spate of violence. Viewing the timeline of news reporting from November 4-15, 2008 it becomes crystal clear that Israel broke the ceasefire.
- Hamaz-”Terroristen” in Krankenhäusern, Schulen, Journalistenbüros und UN-Station beschossen
In einem verzweifelten Versuch, in den letzten möglichen Tagen dieses Kriegsverbrechens so viel wie möglich Schaden anzurichten und Tode und Verletzte zu produzieren, haben die Israelis noch gezielt entsprechend markierte Einrichtungen beschossen, teilweise mit Phosphatbomben oder neue experimentelle DIME-Bomben (dense inert metal explosive), die ihre Opfer “gezielt töten”, aber offenbar Krebs verbreiten. Mit dem heute ausgerufenen, “einseitigen” Waffenstillstand, der aber schon wenige Stunden später von beiden Seiten gebrochen wurde, sind mehr als1.200 Menschen ermordet worden, rund 6.0001.310 Menschen ermordet und mindestens 5.450 teilweise schwer verletzt (per Datum des Waffenstillstandes am Sonntag, 18.1.2008, aber die Kämpfe gehen trotzdem teilweise weiter Laut Zeit Online, 21.1.2009: “Bei dem Militäreinsatz wurden nach Angaben der Gesundheitsbehörde in Gaza 1.415 Palästinenser getötet und mehr als 5.500 verletzt. Auf israelischer Seite kamen zehn Soldaten und drei Zivilisten bei Raketenangriffen und Kämpfen ums Leben.”) und die Infrastruktur im Gazastreifen ist nahezu komplett zerstört. Israel, das 13 Opfer aus den Anschlägen der letzten Jahre und etwa 10 Soldaten (die meisten durch eigene Raketen) zu beklagen hat, hat nichts gewonnen, denn der Zustand im Gaza (wie auch in der Westbank) ist nicht nur weitaus schlimmer als im Dezember, vielmehr ist der Hass in der arabischen Welt nun umso grösser und die Akzeptanz in der westlichen Welt weitgehend verloren. Nicht zu vergessen, dass der grösste Teil der nun weitgehend zerstörten Infra- und Sozialstruktur sowohl vo Gaza wie von der plästinensischen Westbank vor allem von Ländern der Europäischen Union finanziert worden ist. Hohn ist, dass Ministerpräsident Olmert sich nun nachträglich bei den “zivilen Opfern im Gaza” entschuldigt. Fakt aber ist, dass der Staat Israel den palästinensichen Teil-Nachbarstaat Gaza noch immer in einem Freiluftgefängnis einkerkert. Interessanterweise analysiert die britische Presse, dass den Israelis mit der Einführung des neuen US-Präsident, Barak Obama, die “unter Bush herrschende Gesinnung der Kriegführung als Konfliktlösung verloren gehen wird.”
Links: hier | hier | hier - Nach 22 Tagen des grausamen Abschlachtens sind 1312 Palästinenser tot.
Mehr als 85% der Getöteten sind Zivilisten, darunter 434 Kinder und 104 Frauen, 16 medizinische Mitarbeiter, 4 Journalisten, 5 Ausländer und 105 alte Menschen.
[Daten per 22. Januar 2009, und viele weitere verwesende Leichen werden unter den Trümmern gefunden.]
“Woher soll ich ihm einen Vater nehmen? Woher soll ich ihm eine Mutter nehmen? Sagen Sie es mir!” Diese verzweifelten Worte äußerte Subhi Samouni gegenüber einem Al-Dschasierah-Korrespondenten. Subhi hat 17 enge Verwandte verloren – einschließlich der Eltern seines 7jährigen Enkels. …
Was sagt man einem Mann, dem die herbe Pflicht obliegt, seine gesamte Familie zu beerdigen? Seine Frau, seine Söhne, Töchter und Enkel? …
Überlegen Sie sich bitte auch, was Sie dem 70jährigen Rasheed Mohammed sagen wollen, dessen 44jähriger Sohn Samir – vor den Augen seiner Frau und seiner Kinder – mit einer einzigen Kugel ins Herz exekutiert wurde. Die IOF weigerte sich 11 Tage lang, eine Ambulanz durchzulassen, um seine Leiche zu bergen. Daher musste die Familie bis zum Ende der Angriffe warten, bis sie ihn beerdigen konnte. Der 70jährige Rasheed machte die extrem schmerzliche Erfahrung, seinen Sohn verwesen zu sehen – ihn zu berühren, zu küssen und schließlich zu beerdigen, während er verweste. …
Vielleicht unterhalten Sie sich lieber mit der 14jährigen Amira Qirm. Ihr Heim in Gaza-Stadt wurde von der Artillerie mit Phosphorbomben beschossen. Durch die Bomben verbrannten 3 Mitglieder ihrer engsten Familie: ihr Vater, ihr 12jähriger Bruder Ala’a und ihre 11jährige Schwester Ismat. Allein, verletzt und voller Angst kroch Amira 500 Meter auf den Knien bis in ein Nachbarhaus. Es war leer. Die Familie war geflohen, als der Angriff der Israelis begonnen hatte. Dort blieb sie 4 Tage. Sie hatte zu große Angst, um ihren Schmerz hinaus zu schreien. Sie befürchtete, die Soldaten könnten sie hören. Als der Hausbesitzer zurückkehrte, um Kleidung für seine Familie zu holen, fand er Amira. Sie war schwach und dem Tode nahe. Zur Zeit werden ihre Wunden im überfüllten Al-Shifa-Hospital behandelt – einem Hospital, dem es an Ressourcen mangelt. …
Versuchen Sie, den 10jährigen Mohammed Samouni zu trösten. Er wurde neben den Leichen seiner Mutter und anderer Verwandter gefunden – 5 Tage, nachdem diese getötet worden waren. Er wird Ihnen erzählen, was er allen erzählt: Sein Bruder habe lange geschlafen, dann sei er plötzlich aufgewacht. Der Bruder habe gesagt, er sei hungrig und habe ihn um eine Tomate gebeten, die er essen wollte. Dann sei der Bruder gestorben. Gibt es noch einen 10jährigen auf der Welt, der eine solche Erfahrung gemacht hat und für den Rest seines Lebens mit sich herumschleppen wird müssen? Natürlich nicht. Dieses “Privileg” wird nur palästinensischen Kindern zuteil, weil sie auf einem Territorium leben, das Israel für sich beansprucht. …
Doch es werden diese traumatisierten Kinder sein, die Israel verweigern werden, was Israel will. Allein das Überleben dieser Kinder ist schon eine Herausforderung für den Apartheidstaat. Diese Kinder werden ganz sicher die Erben Palästinas: Es ist ihr Geburtsrecht. Kein Angriff kann etwas an dieser Tatsache ändern – nicht heute, niemals …
… In diesem Krieg haben Politiker und Generäle wiederholt die Worte zitiert: „Der Boss ist wahnsinnig geworden!“ Ursprünglich wurde dies vom Gemüsehändler auf dem Markt gerufen, im Sinne von ‚Der Boss ist verrückt geworden, er verkauft seine Tomaten mit Verlust’. Aber im Laufe der Zeit ist aus dem Scherz eine tödliche Doktrin geworden, die oft bei öffentlichen Diskursen auftaucht; um unsere Feinde abzuschrecken, müssen wir uns wie Wahnsinnige benehmen, müssen gnadenlos töten und zerstören.
In diesem Krieg ist dies zu einem politischen und militärischen Dogma geworden: nur wenn wir „sie“ ohne jegliche Verhältnismäßigkeit umbringen, tausend von „ihnen“ für zehn von „uns“, dann werden sie verstehen, dass es sich nicht lohnt, sich mit uns anzulegen. Es wird sich „ihnen ins Bewusstsein brennen“ (ein beliebter israelischer Satz in diesen Tagen). Danach werden sie zweimal nachdenken, bevor sie wieder eine Qassam-Rakete gegen uns abfeuern – auch als Antwort auf das, was wir tun, ganz gleich, was es ist.
Man kann die Bösartigkeit dieses Krieges nicht verstehen, wenn man den historischen Hintergrund nicht berücksichtigt: die Opfermentalität nach all dem, was Juden Jahrhunderte lang angetan wurde, und die Überzeugung, dass wir nach dem Holocaust das Recht haben, alles – absolut alles – tun zu dürfen, um uns zu verteidigen – ohne Hemmungen durch Gesetz und Moral. …
[Uri Avnery ist Gründer der Bewegung Gush Shalom. Der Publizist und langjährige Knesset-Abgeordnete Avnery, 1923 in Beckum geboren und 1933 nach Palästina ausgewandert, gehört seit Jahrzehnten zu den profiliertesten Gestalten der israelischen Politik.]
… Seit 1948 sind die Palästinenser zu kontinuierlicher Entwürdigung verurteilt. Selbst um zu atmen, brauchen sie eine Genehmigung. Sie haben ihr Land verloren, ihr Territorium, ihr Wasser, ihre Freiheit, alles, was ihnen gehörte. Sie haben nicht einmal das Recht, ihre Regierung selbst zu wählen. Wenn sie Leute wählen, die sie nicht wählen sollen, bestraft man sie. Gaza wird bestraft. Seit die Hamas 2006 die Wahlen klar gewann, ist Gaza zu einer Mausefalle geworden – ohne Ausgang. 1932 ereignete sich in El Salvador etwas Ähnliches: Die Kommunistische Partei triumphierte bei den Wahlen. Die Bevölkerung büßte für ihr schlechtes Benehmen mit einem Blutbad. Seit jener Zeit lebt sie in Militärdiktaturen. Demokratie ist ein Luxus, den nicht jeder verdient hat.
Die Raketen, die in die Enge getriebenen Hamas-Militante so ungelenk aus Gaza abschießen, sind die Kinder der Impotenz. Ziel der Raketen ist ein Territorium, das einst palästinensisch war, und das sich die israelische Okkupation angeeignet hat. Verzweiflung – bis an den Rand des suizidalen Wahnsinns – ist die Mutter jener Drohungen, mit denen das Existenzrecht Israels geleugnet wird: Es ist ein Aufschrei ohne Konsequenz, während (auf der anderen Seite) seit Jahren ein sehr effizienter Auslöschungskrieg das Existenzrecht Palästinas leugnet.
Es ist nicht mehr viel übrig von Palästina. Schritt für Schritt radiert Israel Palästina von der Landkarte. …
[Eduardo Galeano, uruguayischer Schriftsteller und Journalist, ist Autor von »Die offenen Adern Lateinamerikas«, »Erinnerungen des Feuers« und »Spiegel – fast eine universelle Geschichte«.]
Erstellt: 15. Januar 2009 in der Kategorie Länder & Politik, Religion.
Tags: Israel, Krieg, Palästina
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Comment from Ulf G. Stuberger
Time Sonntag, 1. Januar 2012 at 3:58
Lieber Herr Rüdiger,
selbst drei Jahre nach dem Abfassen dieses Beitrages ist er leider noch aktuell und wird es vermutlich bleiben. Ich kann Ihnen nur zustimmen. Die unverantwortliche Hörigkeit auch hier in Deutschland gegenüber dem israelischen Staat treibt Blüten, die mich nach meiner Rückkehr aus Afrika verständnislos machten.
Nach vielen Jahren Abwesenheit sah ich wieder einmal einen europäischen Fussball-Cup im Fernsehen. Dort spielte doch tatsächlich der asiatische Staat Israel mit europäischen Teams um den Europapokal! Hatte ich im Geografieunterricht so schlecht aufgepasst? Ich hielt das zunächst für eine Fehleistung meiner Aufnahmefähigkeit und habe mich als journalistischer Kollege bei der betreffenden Fernsehredaktion erkundigt, ob Israel inzwischen zu Europa zähle. Ich habe weder auf diese noch andere Fragen in diese Richtung eine Antwort erhalten. Offenbar gilt man schon als antisemitisch, wenn man diese geografische Unklarheit klären will.
Inzwischen weiß ich, was dahintersteckt: Israel darf wegen der in Ihrem Blog beschriebenen Kriegstreiberei nicht in den Fussballcups seiner arabischen Nachhbarstaaten mitspielen. Also hat man hierzulande den Staat einfach “sportlich” als Teil Europas anerkannt – nicht nur eine geografische Perversion, sondern ein unfassbares Beispiel für Politisierung des Sports.
Ich wünsche uns allen trotz des Säbelrasselns an der Straße von Hormus ein friedlicheres Jahr 2012 als das vergehende es war.
Herzlich Ihr Ulf G. Stuberger
http://www.stuberger.de